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The Story behind... "Gestern war auch schon ein Tag"

Wir freuen uns sehr:

 

Finn-Ole Heinrich

"Gestern war auch schon ein Tag". Erzählungen

 

Foto: Dylan Thompson
Foto: Dylan Thompson

 

Viel ist in Finn-Ole Heinrichs Leben passiert, seit sein Debütroman "Räuberhände" 2007 bei uns erschien: Er beendete erfolgreich sein Filmstudium in Hannover, war Stadtschreiber in Erfurt und gewann zahlreiche Preise und Stipendien. Mittlerweile lebt und arbeitet er in Hamburg, und wir freuen uns sehr, jetzt seinen neuen Erzählband mit acht wahnsinnig guten Erzählungen veröffentlichen zu können.

 

Die Texte, darunter die preisgekrönten Erzählungen "Zeit der Witze" und "Machst Du bitte mit, Henning", sind allesamt in den letzten drei Jahren entstanden. Über die Erzählung "Machst Du bitte mit, Henning" schrieb Clemens Meyer nach einer Lesung: "Hard stuff, immer aktuell - sowas brauchen wir!"

 

Ganz besonders aufwändig war die Herstellung des Buchcovers - der Aufwand, der dahinter steckt, ist auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen. Finn-Ole Heinrich und Dylan Thompson haben das Ganze selbst zusammengebastelt, daher hier mal ein bisschen Making-Of in Finns eigenen Worten:

 

"am anfang war die idee, wieder ein foto als cover haben zu wollen.
ich war auf sylt, habe viele fotos gemacht von der landschaft und immer wieder den horizont. zuhause habe ich ein paar davon aneinander geklebt, immer horizont an horizont. herausgekommen ist dabei eine unwirkliche, aber faszinierende, scheinbar endlose landschaft.
dann hatte ich die idee mit der mauer. ein bild für das, worum es in vielen geschichten geht: die unübersichtlichkeit, das nicht-wissen, wie es weitergeht, was passiert nach dem, was gerade passiert ist. der wunsch, sich einen überblick zu verschaffen, über die mauer sehen zu können, auch wenn es dahinter womöglich nicht allzu gut aussieht.
arbeitstitel des buches war lange zeit: die häufigkeit der einschläge. bildlich war das auch die nächste idee - ein mensch, der vom himmel fällt und in den boden einschlägt. die visuelle überspitzung dessen, was den meisten figuren im buch auch passiert.

also habe ich meinen kumpel und kameramann dylan angerufen und gefragt, ob er zeit hätte, für zwei tage fotos mit mir zu machen. hatte er. meinen besten freund und mitbewohner fuhsti habe ich im gleichen zug als foto-, akt- und cover-model verpflichtet (und er hats 23 mal aufs cover geschafft - ist das eigentlich ein rekord, frage ich mich? kommen wir ins guiness-buch?).
mit eher vagen ideen, ein paar schrägen kostümen und einer kamera sind wir dann durch den süden hamburgs gezogen und haben: fotografiert.
die wand, landschaften, vögel, alles in einzelbildern. fuhsti in den verschiedensten posen und kostümen:
"ej, aber meinen fuß, den dürft ihr auf keinen fall irgendwie groß aufs cover machen, ne? der ist so hässlich!"
"nee, nee, fuhsti, mach dir keine sorgen. versprochen!"
"fuhsti, zieh dich aus!"
"was? wie: zieh dich aus?"
"na, mach schnell, da kommen leute!"
"wie: ausziehen?"
"unterhose kannste anlassen!"
"oh, danke!"
"ja, und stell dich auf die zehenspitzen"
"sonst noch wünsche?"
 
und ganz nebenbei haben wir auch noch alle pressebilder dieser saison geschossen, dazu hat fuhsti unseren schrammeligen badezimmerspiegel gehalten und mir in die fresse geblendet - sowie die fotos, die jetzt das cover des hörbuchs zieren.

immer wieder hab ich gesagt:

"dylan, hier, mach mal fotos von diesem und jenem, von mir, von fuhsti, von wasweißich."

und dylan: "äh, was? für welches der drei vorhaben jetzt?"

und meistens war ich mir selbst gar nicht restlos sicher.


"geil, voll die schönen büffel. mach mal n bild, dylan."
"vom büffel?"
"ja, von mir und dem büffel."
"warum?"
"weiß nicht."
"ich meine: für welches projekt?"
"für meine oma."
"äh, willst du jetzt ins gehege steigen oder was?"
"nö, ich tanz davor so rum."
"ich kapier das nicht."

"ich auch nicht. ich bin einfach der, der mit dem büffel tanzt und du der typ mit der kamera. jetzt mach."

Fotos vom Shooting:

"am ende der zwei tage hatten wir drei gigabyte fotos und noch einen langen weg vor uns:
in ca. zwei wochen mühsamer kleinarbeit haben wir das buchcover langsam aus den massen von fotos herausgeschält.
haben erst alle einzelteile ausgeschnitten und zusammengefügt zu dem bild, das uns inzwischen wenigstens ungefähr vorschwebte. eine wand, ihre vorder- und rückseite mit sehr unterschiedlichen stimmungen, sonnig schön und aufgeräumt, überschaubar, sicher und harmonisch mit vögeln am himmel auf der vorderseite; düster, bedrohlich, mit vom himmel stürzenden und in den boden einschlagenden menschen auf der rückseite. auf der mauer, der trennlinie, menschen, die versuchen, einen ausblick auf das zu bekommen, was hinter der mauer liegt ...
als wir das foto dann fertig hatten, haben wir - getreu meiner ursprungsidee von sylt - das ganze gesamtbild wieder in einzelne fotos unterteilt und diese in der schnellentwicklung
drucken lassen. (in der letzten stunde am samstagabend bei saturn potsdam - am nächsten montag ist dylan für zwei monate nach amerika gereist. in der verlagsvorschau, die natürlich noch viel früher in druck musste, ist noch das rohe, saubere, nicht geschnittene ausgangsbild zu sehen). diese einzelbilder haben wir in den verschiedensten varianten zerstört - sind darauf herumgelaufen, haben sie angezündet, zerkratzt, bespuckt, beschimpft, eingegraben und ausgelacht und schließlich wieder zusammengeklebt - um diese zusammengeklebte version dann abzufotografieren. und, tadaa, da war es plötzlich: das cover!"

Hier ein paar Eindrücke davon:

 

Und das fertige Buch:

 

Finn-Ole Heinrich
Gestern war auch schon ein Tag

Erzählungen
Hardcover
160 Seiten

 

Alle offiziellen Infos zum Buch und weitere Fotos

 

Und ab sofort kann man es auch bestellen - am liebsten natürlich über www.mairisch.de/bestellung.htm

Aber auch über den Buchhandel.

 

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Mischa (Mittwoch, 28 Oktober 2009 13:03)

    Großartig, danke für diesen tollen Bericht!