Links

RSS-Feed

mairisch Newsletter

Newsletter abonnieren

mairisch bei Facebook

Neue Verlage - Teil 4 (E-Books): CulturBooks und autorenedition sarabande

Es gibt derzeit ja eine ganze Reihe von Verlagsneugründungen - in den ersten drei Teilen (1, 2, 3) dieser Serie haben wir bereits einige davon vorgestellt. Und auch heute geht es wieder um reine E-Book-Verlage. Diesmal auch ausnahmsweise nicht in Berlin: CulturBooks aus Hamburg und die autorenedition sarabande aus München.

Jan Karsten
Jan Karsten

Der Digitalverlag "CulturBooks – Elektrische Bücher" wurde im Frühjahr 2013 gegründet, im Herbst letzten Jahres ist das erste Programm mit circa 20 Titeln erschienen. Seitdem geht es monatlich weiter. CulturBooks ist Hamburgs erster literarischer eBook-Verlag und wird von Zoë Beck und Jan Karsten betrieben, der uns auch die Fragen beantwortete:

Was sind Eure Programmschwerpunkte?
Wir möchten gute Texte präsentieren, die uns selber begeistern. Der Fokus liegt auf erzählender Literatur, von der Literatur-Literatur bis zum Kriminalroman, wobei uns Genregrenzen nicht wirklich interessieren. Und wir haben auch ein paar Sachbücher und Biografien im Programm.
CulturBooks fußt auf drei Säulen: Originalausgaben, Neuauflagen, Lizenzen. Wir finden Neues, machen Vergriffenes verfügbar und arbeiten mit ausgewählten Verlagen zusammen, für die wir bestimmte Texte als eBook-Lizenzausgaben herausgeben.

Wie viele Leute arbeiten im Team?
Momentan sind wir zu fünft.

Wie findet Ihr Eure Autoren?
Einige AutorInnen kannten wir schon aus der Zusammenarbeit in anderen Zusammenhängen, viele, die wir tollen finden, sprechen wir direkt an – und einige der AutorInnen sind natürlich auf uns zugekommen und haben uns mit ihren Texten überzeugt.

Was macht Ihr anders als andere Verlage?
Um "anders" geht es uns gar nicht unbedingt. Wir sind Fans des Verlagsprinzips, wir glauben an sorgfältige Auswahl, an Pflege und Aufbau eines Gesamtwerkes, an ein intellektuelles und freundschaftliches Kraftfeld; daran, gemeinsam zu arbeiten und gemeinsam zu feiern. Verlage sind auch und gerade in digitalen Zeiten wichtig, wenn Sie ein eigenes Profil entwickeln, sich mit klaren Haltungen in wichtige Branchenthemen einmischen, Autoren und Texte sorgfältig und mit Blick auf Qualität und Relevanz auswählen und sich treu bleiben. Da gibt es dann natürlich schon Unterschiede zu den Verlagen, die ihr Fähnchen in den Wind hängen und auf jede Menge Schrott und me-too-Produkte setzen, weil sich das gut verkauft.

Warum nur E-Books? Was ist hier Eure Strategie?
Uns gefällt, dass man als reiner eBook-Verlag so beweglich ist – und natürlich lassen sich auch die wirtschaftlichen Risiken besser kalkulieren. Wir machen nur Texte, die wir gut finden, und dann gehen wir los und versuchen, andere davon zu begeistern. Wenn ein Text aber trotzdem erst mal nicht so einschlägt, dann verstauben eben nicht auch noch Hunderte Exemplare davon unten im Keller.
Das digitale Publizieren erlaubt einen großen Grad an kreativer Freiheit. Genregrenzen und Seitenzahlen spielen keine so große Rolle mehr. So gibt es beispielsweise viele starke Erzählungen, auch Langerzählungen und Novellen, um die 100 Seiten, die sich als eBook wunderbar machen lassen, die aber als Printversion nur schwer oder gar nicht zu verlegen sind. Da heißt es dann oft: "Toller Text, aber nur 100 Seiten, machen Sie doch einen Roman daraus" – das finden wir absurd.
Und natürlich ist es spannend, die aufregenden digitalen Veränderungen schon sehr früh mitbegleiten und vielleicht auch ein ganz kleines bisschen mitgestalten zu können.

Aktuelle Neuerscheinungen:
Ganz neu sind die literarisch herausragenden Kurzgeschichten der englischen Autorin Pippa Goldschmidt, übersetzt von Zoe Beck: »Von der Notwendigkeit, den Weltraum zu ordnen«. Außerdem freuen wir uns über ein spannendes Projekt des Hamburger Autors Frank Göhre, der in seiner Textcollage "Du fährst nach Hamburg, ich schwör's Dir", anhand von Filmen von Francesco Rosi (»Lucky Luciano«), Jürgen Roland (»Davidwache«) und Klaus Lemke (»Rocker«) ein Bild des Hamburger Stadtteils St. Pauli in den Fünfziger, Sechziger und Siebziger Jahren zeichnet. Und gerade ist bei uns die Neuauflage der einzigen Jörg Fauser-Biografie (»Rebell im Cola-Hinterland«) von Matthias Penzel und Ambros Waibel erschienen – pünktlich zum 70. Geburtstag des Kultautors im Juli.

Max Dorner
Max Dorner

Aus München kommt die autorenedition sarabande - wie der Name schon sagt ein Zusammenschluss mehrerer Autoren, die sei 2013 gemeinsam und selbstbestimmt E-Books veröffentlichen. Beteiligt sind u.a. Max Dorner, Katja Huber, Alex Rühle, Fridolin Schley, Katrin Schuster und Thomas von Steinaecker. Wir haben mit Max Dorner gesprochen:

Was sind Eure Programmschwerpunkte?
Wir verstehen uns weniger als Verlag, als ein Zusammenschluss freier Autoren. Dennoch veröffentlichen wir in Zusammenarbeit mit dem ebookVerlag hey publishing auch ebooks: Texte, die uns am Herzen liegen und die sich aus verschiedensten Gründen nicht für eine Buchpublikation eignen.

Wieviele Leute arbeiten im Team?
Ein harter Kern von ca. fünf Autorinnen und Autoren sowie ein knappes Dutzend weiterer Autoren.

Wie findet Ihr Eure Autoren?
Indem wir sie gezielt ansprechen ...

Was macht Ihr anders als andere Verlage?
Dass wir kein Verlag sind.

Warum ein Zusammenschluss der Autoren? Viele haben ja vorher auch in anderen Verlagen bereits Bücher veröffentlicht - warum jetzt selbst machen? Warum nur als E-Books? Was ist hier Eure Strategie?
Wir glauben, dass es wichtig ist, dass sich Autoren unabhängig von ihren Buch-Verlagen zusammenschließen, um im Netz Aufmerksamkeit zu bekommen. Sowohl mit unserem Blog als auch mit den ebooks wollen wir ein gewichtiges Forum für Autoren werden.

Sind kurze Formate die zeitgemäße Veröffentlichungsform?
Mit einem Wort: absolut.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0